Mittwoch, März 10, 2010

Die grosse estnische Firewall

gestern (9.03.2010) bekamen estnische Internet-Provider einen Brief (1,2,3)vom Finanzamt in dem sie VERPFLICHTET werden innerhalb von 6 Tagen DNS-Einträge von 175 Seiten derartig zu ändern, dass bei der Eingabe der Internet-Adresse die Seite des Zollamtes aufgerufen wird.

Abgesehen davon, dass sich diese Massnahme innerhalb von wenigen Sekunden von einem computerkundigen Nutzer umgehen lässt, hinterlässt sie doch einen derben Beigeschmack. Eine Internet-Zensur wurde ohne jegliche öffentliche Diskussion eingeführt (ganz anders als die Internet-Stoppschild Debatte in Deutschland). Wie man an den Adressen sehen kann, handelt es sich um Online-Kasinos, die wohl gegen das estnische Gesetz des Glückspiels verstossen und keine Steuern an die Staatskasse abführen. Doch wie es so schön heisst: Wehret den Anfängen. Es ist nicht das erste Mal, dass die estnische Regierung mit Zensurvorschlägen aufwartet vor allem die russisch-sprachigen Fernsehsender sind ein stätiges Dorn im Auge. So könnten die nicht genehmen russisch-sprachigen Webseiten als nächstes dran kommen, wer weiss, vielleicht auch meine.

Kommentare:

sonikrave hat gesagt…

Einerseits ja, ist es bedenklich ist die vorgehensweise recht bedenklich.

Andererseits sehe ich hier keine Zensur, oder was haben Online-Kasinos mit Meinungsrechten zu tun und seit wann gibt es ein in Estland oder sonstwo ein Grundrecht auf Gluecksspiele???

Ich verstehe immer nicht die Beispiele der Zensurgegner.

Da gibt es doch weitaus Bessere, an den man sich bedienen kann, als ausgerechnet Massnahmen gegen Kasinos und Kinderpornorgraphie mit Meinungsrecht und Zensur zu widersprechen.

kloty hat gesagt…

Hallo Sonicrave,

wie gesagt, wehret den Anfaengen. Wenn man mit Sperren erstmal anfaengt, bekommt man ganz schnell Lust auf mehr.

sonikrave hat gesagt…

Den letzten Satz koennte man auch auf Personen uebertragen, welche zum ersten mal Online Kasino spielen oder auf Leute, welche auf Seiten kinderpornografischen Inhalts landen (ist in Deutschland ein Offizialdelikt und nicht Bestandteil der freien Meinungsauesserung).

Die Bedenken der Weise der Anordung der Sperrung teile ich allerdings, nicht dass meine Aussage falsch verstanden wird.

Anonym hat gesagt…

You have gone wacko XD.