Mittwoch, Mai 02, 2007

Was geschah in Terminal D des Tallinner Hafens in der Nacht vom 27.04?

Dies ist eine Übersetzung aus dem Russischen einer Übersetzung aus dem Finnischen. Der Originalartikel ist hier. Schaut Euch die Fotos an.

Grausame Massnahmen

Die Deutschen, Vater und Sohn Dornemann erzählen über den ausgestandenen Schrecken in den Händen der Tallinner Polizei.

Den 65-jährigen Klaus Dornemann hat man mit Schlagstöcken auf die Rippen und die Arme heftig geschlagen. Lukas Dornemann hat einige Tage seine Finger nicht gespürt und einige Teile seines Körpers schmerzen noch bis heute. Diese Schläge sind für ihn komplett urerklärlich. Die Polizisten schlugen ohne Sinn und Verstand alle Festgenommenen. Es gab dabei keine Logik, sie haben sich bloss belustigt und hatten Freude daran, die Leute zu schlagen, erinnern sich an die Nacht vom vergangenen Samstag die Deutschen Lukas Dornemann, 37 und Klaus Dornemann, 65.

Die seit langem in Tallinn lebenden Vater und Sohn gingen im Hafen gegen acht Uhr spazieren, als die Polizei sie plötzlich auf der Strasse festnahm.

- Wir gingen nach Hause und haben es versucht den Polizisten zu erklären, aber sie hörten nicht auf uns. Rund um uns gab es niemanden, keine Unruhen, keine Schlägereien.

Den Männern wurden Handschellen angezogen und sie wurden in einen grossen, schmutzigen Lagerraum auf dem Hafengebiet geführt. Dort waren schon mehr als 100 Festgenommenen, die Mehrheit davon russische Männer.

- Rund um uns waren viele Alte und Kranke, vielleicht war es einfacher sie festzunehmen. Weniger als die Hälfte hat tatsächlich an der Randale teilgenommen. Die Mehrheit wurde auf der Strasse festgenommen, ohne Erklärungen oder Angabe von Gründen. Die Leute hatten starke Angst.

Lukas wurde 8 Stunden in der Haft festgehalten, sein 65-jähriger Vater Klaus sass mehr als 10 Stunden ein.

- Während der ganzen Nacht hat man uns nie auf die Toilette gelassen und nichts zu trinken gegeben. Ich wollte rauchen, aber dafür hat man mich geschlagen. Wir verbrachten die Nacht mit 200 anderen Leuten, aber wir konnten mit niemandem reden und uns nicht bewegen. Wenn jemand versuchte aufzustehen, wurde er sofort auf den Boden geworfen. In dem Raum wurden wir von mehr als 40 Polizisten bewacht, erzählte Lukas.

Während des Wochenendes hat man in Tallinn mehr als 800 Leute festgenommen.

Wenn man den Namen Klaus Dornemann in Google eingibt, bekommt man folgenden Artikel. Es gibt noch viel ausführlichere Beschreibungen davon, was in Terminal D geschehen ist, aber diese ist von einem garantiert an der Krawalle Unbeteiligten verfasst worden. Ich hoffe sehr, dass eine europäische Kommission sich der Sache annimmt, sonst wird die EU nicht ihrem Ruf, als Schützerin der Menschenrechte gerecht.

Kommentare:

Maria hat gesagt…

Hallo! Ich habe Ihre 2 letzten Posts in meinem Blog zitiert:http://rus-in-ee.livejournal.com/4469.html?mode=reply
und http://rus-in-ee.livejournal.com/4469.html?mode=reply
Schauen Sie vorbei, vielleicht Sie was interessantes. Die meisten von den von mir übersetzten Texte sind noch nicht von einem Muttersprachler redaktiert worden, aber hoffentlich kommt es noch.

Anonym hat gesagt…

Interessant, wie man verschiedene Geschichten hört - einigen erzählt er, dass er am Hafen spazieren ging, anderen, dass er am Vabaduse väljak war. Was ist wahr und was ist falsch?