Dienstag, Mai 27, 2008

Gesucht für ein Dokumentarfilm

Eine Münchener Filmschaffende sucht für ein Dokumentarfilm (Arbeitstitel "Estnische Farben: blau, rot, grau") Leute in Estland, die zwar unterschiedliche Pässe haben (blaue, rote und graue), aber trotzdem miteinander verbunden sind, sei es als Familienmitglieder oder Nachbarn, Kollegen, Freunde, Kommiltonen... In dem Film soll es um die unterschiedliche Sichtweisen der neuen estnischen Geschichte gehen, die von der Farbe des Passes abhängig sind und das Verhältnis untereinander. Der Film selbst soll noch dieses Jahr in Estland gedreht werden.

Interessenten oder jemand, der solche Gruppe von Leuten kennt, bitte bei Olga Richter (olga-richter at gmx.de) melden.

Vielen Dank

Kommentare:

x hat gesagt…

Pass ist ein veraltetes Papier, Menschen nutzen heute nur die ID-Karte, was bei allen das gleiche ist.

sonikrave hat gesagt…

Wahrscheinlich ist das mit den Farben metaphorisch gemeint, und falls nicht - ein Besuch auf folgender Webseite informeirt umfassend:

http://www.id.ee/

kloty hat gesagt…

Das mit den Farben ist natürlich metaphorisch gemeint in Anlehnung an Kieślowskis Trilogie "3 Farben". Und Reisepässe sind nach wie vor blau, rot oder grau.

x hat gesagt…

Aber wo liegt das Problem zwischen dem alten Estlands Pass, was blau war und dem neuen Estlands EU Pass, was rot ist?

kloty hat gesagt…

Die drei Farben stehen einfach nur fuer die drei groessten Bevoelkerungsgruppen in Estland, Leute mit estnischen Staatsbuergerschaft, Leute mit russischen Staatsbuergerschaft und Staatenlose. In dem Film wird versucht rauszufinden, warum die Leute unterschiedliche Staatsbuergerschaften haben und nicht alle die estnische annehmen. Auch werden die Beziehungen der Leute untereinander untersucht.

sonikrave hat gesagt…

Finde ich schon mal gut, dass endlich jemand mal auf die Gedanken kommt, da mal hingehend zu forschen.

Wenn das Ganze nicht unter politischem Vorsatz stattfindet und nicht nur bestimmte Meinungen aufgezeigt werden sollen (irgend jemand wird diese Dokumentation ja mit einem Anliegen finanzieren), d.h. dass Anliegen neutral ist und die tatsächlichen Verhältnisse aufzeigen will, dann halte ich dies sogar für eine sehr gute Idee.

Hoffentlich wird dabei nur nicht zu sehr völkisch abgegrenzt. Die Sortierung nach der Passfarbe gibt hier einen Hinweis darauf.

sonikrave hat gesagt…

Hm, also der Reisepass ist für Estland selbst ja nicht entscheidend.

Die ID-Karte ist auch bei allen Personen in den meisten Punkten gleich. Für nichtestnische Staatsangehörige ergibt sich der Unterschied, dass die ID-Karte nicht als Reisedokument gültig ist, bei den Parlamentwahlen nicht teilnehmen kann und in bestimmten Government-Einrichtungen nicht arbeiten kann, vorwiegend in Minesterien, wie dem Verteigungsministerium z.B. Gilt für Staatenlose, wie für alle anderen nichtestnischen Staatsbürger.

Zu den Reisepässen ist das wieder eine etwas andere Angelegenheit nach außen hin und mit den Abkommen der einzelnen Staaten, bzw. auf EU-Ebene eben mit den Bestimmungen der EU.

Russen werden ein entsprechendes Visum benötigen, Staatenlose hingegen geniessen mittlerweile zumindest Reisefreiheit in der EU, jedoch nicht Niderlassungsrecht und Arbeitsrecht (letzteres gilt auch für estnische Staatsbürger in einigen EU-Ländern).

Und Esten benötigen innerhalb der EU gar keinen Reisepass mehr, spätestens seit Schengenbeitritt nur noch die ID-Karte.

Eigentlich wäre hier doch eine Unterscheidung auf nationaler und zumindest EU-Ebene sinnvoll, oder nicht?

Denn ein Teil der Passprobleme in Estland sind auch auf EU-Ebene zu finden.

Rein metaphorisch betrachtet.

kloty hat gesagt…

Hallo Sonikrave,

hättest Du vielleicht jemanden im Sinn, mit denen man solche Dokumentation machen könnte?

Danke.

sonikrave hat gesagt…

Hallo Kloty,

ich werde mal meine Kontaktliste durchgehen und anfragen.

Da sind mit Sicherheit ein paar interessante Fälle dabei.

In welchen Sprachen können diese denn Kontakt mit Olga aufnehmen (ich vermute mal Deutsch, Englisch und Russisch)???

kloty hat gesagt…

An Sonikrave: Richtig vermutet. Vielen Dank von meiner Seite. Und keine Sorge was die Finanzierung des Films angeht, es steckt definitiv keine politische Organisation dahinter.

sonikrave hat gesagt…

Hallo Kloty, wenn ich richtig informiert bin, arbeitet Olga Richter für die Gazelle in Deutschland, ein multikulturelles Frauenmagazin.

Wenn dem so ist, ist das unbedenklich.

Bitte habe Verständnis, dass ich Nachfrage, weil man sich in Estland in der Regel mehr oder weniger kennt und ich nicht für solche Vermittlungen hinterher meinen Kopf herhalten will, wenn dann irgendein Mist z.B. in Zeitungen, wie der BILD oder andere extreme Blätter veröffentlicht werden und dann die Leute an mich rantreten und meinen, ich hätte diese ans offene Messer geliefert.

sonikrave hat gesagt…

So, ich hab mal ein paar Leute konsultiert, die für die documentation interessant sein könnten (sowit ich dies beurteilen kann). Darunter sind Personen mit estnischer und russischer Staatsbürgerschaft, sowie Personen aus verschiedenen Teilen der Ex-Sowjetunion (wie Weissrussland, Ukraine, Georgien, etc.), die mittlerweile alle zur estnischen Staatsbürgerschaft konvertiert sind.

Ich habe dabei auch unterschiedliche Sichtweisen berücksichtigt (soweit ich deren Lebenshaltung kennen - was diese letzendlich zu sagen haben, kann ich nicht beurteilen), aus verschiedenen Regionen Estlands (darunter auch aus J6hvi, Kohtla-Järve Distrikt, aber auch aus Tallinn etc.) und die auch in irgend einer Form in Beziehung zueinander stehen (was eigentlich in Estland mehr oder weniger aufgrund der Größe sowieso gegeben ist).

Wie auch immer, wie viele sich von denen bei Olga melden und das Feedback aussieht, kann ich nicht sagen.

Bei Staatenlosen selbst, muss ich noch ein wenig weiterschauen, da ich nicht viele von diesen persönlich kenne.

kloty hat gesagt…

Hallo Sonikrave, vielen Dank fuer Dein Einsatz.

sonikrave hat gesagt…

Noch eine Frage dazu, mit einigen Kontakten gibt es da ein paar Probleme, ganz knkret in einem Fall darum, "wenn ich die Wahrheit sage, fliege ich aus ******* raus".

Von daher meine Frage, ob auch Interviews unter Wahrung der Anonymität gewährleistet werden können, oder ob mit eine Zwangsutung gerechnet werden muss???

kloty hat gesagt…

Hallo Sonikrave,

das musst Du mit Olga direkt absprechen, da kann ich nichts dazu sagen.