Freitag, Juli 06, 2012

Von Nahrungsmittelhilfen und Dienstwägen

Eigentlich wollte nichts mehr über Ilves vs. Krugman schreiben, doch dann hat mich eine meiner treusten Leserinnen auf folgenden Artikel aufmerksam gemacht: Õhtuleht schreibt:

Der Umfang der Nahrungsmittelhilfe das dieses Jahr nach Estland aus der EU ankommen wird, wird eine neue Rekordmarke erreichen. Es werden kostenlos 2571 Tonnen Trockenprodukten wie Nudeln, Mehl, Zucker usw. und 590,8 tausend Liter Rapsöl mit dem Wert von insgesamt 2,2 Mio. Euro geliefert.

Den größten Hilfsbedarf haben der estnische Rote Kreuz, der Verein der kinderreichen Familien und ein holländisch-estnisches Wohlfahrtsfond angemeldet. Insgesamt werden die Nahrungsmittel unter 129 500 Menschen verteilt.

Das bedeutet, dass jeder 10. Einwohner Estlands sich nicht im ausreichenden Umfang ernähren kann und auf kostenlose Lebensmittel der EU angewiesen ist.

And now something completely different:

Auf dem Bild ist der neue Dienstwagen der First Lady Estlands abgebildet. Die monatliche Leasingrate ist um 1/4 höher, als der estnische Durchschnittsgehalt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das meiste von diesen Lebensmittel wird weggeworfen, man sollte es besser verteilen, die es wirklich brauchen, d. h. selber kommen und nehmen, nicht irgendwo/jemanden schicken. Die Hälfte bekamen letztes mal Schweine und Kühe.

kloty hat gesagt…

Ich bin selbstverstaendlich absolut dafuer, dass Lebensmittel kostenlos verteilt werden, bevor sie weggeworfen werden. Es ist nur interessant welcher Anteil der estnischen Bevoelkerung auf solche Lebensmittelspenden angewiesen ist. Das sind direkte Folgen der Sparsamkeitspolitik von Ilves und anderen estnischen Politikern. Und das muss jeder bedenken, der estnische Politik als Erfolgsstory verkaufen moechte.

Anonym hat gesagt…

Wieso Schweine und Kühe? Welche? Wo? Die Leute sollen in Sozialamt bei der lokalen Gemeinde angemeldet sein und sie sind Sozialhilfebedürftigte, die 76€ pro Person von lokalem Gemeinde bekommen werden. Die Firmen, dass das vielleicht holen und lagern werden, sind dann schuldig, wenn etwas nicht so gut gelagert wird oder durch Feuchtigkeit schlecht wird. Die Trockenprodukte - Haferflocken, Nudeln, Mehl (Zucker - weiß ich nicht genau) sind ja nach Bedürfnisse bestellt. Das heißt, wenn die auch teilweise schlecht werden/geworden sind, ist es das als Nahrungsmittel bestellt und benötigt.